FC Viktoria 04 Gütenbach - das Jahr 1904

 Jahr 1904: Junge Gütenbacher Burschen im Alter von 16-18 Jahren erfuhren von einer neuen Sportart „Fußball“. Gütenbacher Männer, waren schon im neunzehntenJahrhundert in den Sportarten Leichtathletik und Turnen tätig. Unter diesen jungenBurschen war Wilhelm Wehrle, Sohn des Bürgermeisters und SchreinersHermann Wehrle (1893-1920) und Mitgründer des Clubs. Hugo Ganz (Sohn des Metzgers Otto Ganz, ebenfalls Mitgründer), erzählte, dass Wilhelm Wehrle zum ersten Mal einen Fußball nach Gütenbach brachte.

Ob das jedoch der zündende Funke war, sich mit diesem Sport zu beschäftigen, ist ungewiss. Fest steht, dass sich diese jungen Leute, wie heute noch, in geselliger Runde im Nebenzimmer des Gasthauses Post trafen. Von dort aus konnte man gut beobachten, ob sich der Dorfpolizist näherte,um dann die Biergläser gegen Limonadengläser auszutauschen. Zu groß war der Respekt vor dem Ordnungshüter, der die Strafen sofort einkassierte.

Außerdem war in dieser Runde auch der Gründer Hermann Kaltenbach, von dem berichtet wurde, dass er sich heimlich mit seinen Kameraden hinter einem Transformatorenhäuschen traf,um Pläne für die Gründung eines Fußballclubs zu schmieden.Das alles wurde vorerst geheimgehalten, weil man befürchtete, dass es wegen zweier Sportvereine (Turnverein) im Dorf zu Problemen kommen könnte.

Trotz aller Schwierigkeiten kam es am 1. Mai 1904 in der Post zur Gründung des ersten Fußballclubs in der gesamten Umgebung.Offensichtlich war diese Gründung zum Beginn nicht protokolliert worden, denn erst 1906 wurde das heute noch vorliegende Protokollbuch eröffnet und begann mit folgendem Wortlaut:

Fußballclub „Victoria“ Gütenbach wurde gegründet am 1. Mai 1904 von folgenden Personen:Artur Dold, Bertin Faller, Otto Ganz, Hermann Kaltenbach, Bertin Nitz, EdwinNitz, Albrecht Schwer und Wilhelm Wehrle.

Diese jungen Menschen haben sich auch gleich einen Namen für ihren Verein ausgesucht,der großen Optimismus ausstrahlen sollte. Das Wort „Viktoria“ stand für„Sieg“ und kam als weibliches Wesen aus der griechischen Mythologie. Sie war als Siegesgöttin eine geflügelte Frauengestalt als Sinnbild des Sieges. (heute mehrbekannt durch das Spreizen von zwei Finger zu einem V).